Untergrund verputzen
Als "Putzen" bezeichnet man das Aufbringen eines Mörtelbelags auf Außenwänden, Innenwänden und Decken.
Die Mörtelmischungen dienen als Grundputze zur Ebnung des Untergrundes, bevor die Oberfläche durch Tapeten, Fliesen oder Dekorputze gestaltet werden kann. Mörtel wiederum sind Gemische aus Bindemitteln, Wasser und Zuschlag bis vier Millimetern Korngröße. Die Bindemittel, normalerweise Kalkhydrat, Zement, Gips oder Anhydrit, entscheiden über die Eigenschaften des Mörtels.
Putze können mit der Hand oder mit der Maschine aufgebracht werden. Während der Profi in der Regel mit der Maschine arbeitet, wird der Heimwerker eher in Handarbeit verputzen. Dazu benötigt man Werkzeuge wie Spachtel, Kelle, Glätter, eventuell auch Aufzieher (auch als Kardätsche bezeichnet) und Reibebrett. Beim Putzen von Hand ist zu beachten, dass der Mörtel mit der Kelle kraftvoll an den Untergrund geworfen wird. Nur wenn so die Luft aus den Oberflächenporen des Putzgrundes verdrängt wird, kann der Putz richtig haften. Wenn man dazu noch die Grundregeln beachtet, nicht bei Frost, Regen oder knallender Sonne zu putzen und dafür sorgt, dass der Untergrund entsprechend vorbereitet ist, ist man auf der sicheren Seite. Wichtig ist außerdem, dass die Putze auf den Untergrund abgestimmt werden.
Bauphysikalischer Nutzen
Neben dem optischen Nutzen übernehmen Putze auch bauphysikalische Aufgaben. Innenraumputze haben nämlich die Eigenschaft, Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen, speichern und wieder abgeben zu können. Damit regulieren sie die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen, wirken ausgleichend und verbessern so das Raumklima.
Anforderungen
Anforderungen an die Mörtel sind je nach Verwendungszweck im Innen und Außenbereich unterschiedlich. Außenputze sollen das Mauerwerk vor den Einflüssen der Witterung schützen und sind deshalb normalerweise wasserabweisend. Gleichzeitig müssen Außenputze, da es ja immer zu einer geringen Dampfdiffusion vom Gebäudeinnern nach außen kommt, in der Lage sein, die von innen kommende Feuchtigkeit an die Außenluft abzugeben, schließlich soll sich die Feuchtigkeit ja nicht in der Mauer ansammeln können. Innenputze dagegen sollen Feuchtigkeit aufnehmen und zeitweise speichern können, dürfen also nicht wasserabweisend sein.
Vorteil von Knauf Gipsputzen
Knauf Gipsputze können – etwa im Vergleich zu Kalk-Zementputzen oder gar Beton – relativ viel Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und auch wieder abgeben, wenn der Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft sinkt. Das Ergebnis ist ein gleichmäßigeres Raumklima. Und auch unter gestalterischen Gesichtspukten ist der Gipsputz rissfester, glatter und flexibler einsetzbar als ein Putz auf Basis Kalk, Zement und Sand. Gips- und gipshaltige Putzmörtel sind nur für Innenputze geeignet und werden grundsätzlich einlagig aufgetragen. Für die Ausführung eines Glättputzes sind nur gipshaltige Putzmörtel anzuwenden. Kalk-Zement- und Zement-Putzmörtel eignen sich für Innen- und Außenputze und sind in der Regel mehrlagig.
Grundputze richtig verarbeiten
Grundputze dienen der Schaffung von ebenen Flächen, um diese dann mit Fliesen, Dekorputzen, Farben oder Tapeten weiter zu gestalten. Soll beispielsweise Mauerwerk mit einem Dekorputz versehen werden, muss zuerst mit einem Grundputz oder mit Knauf Gipsplatten eine ebene Fläche geschaffen werden. Erst anschließend kann der Roll- oder Reibeputz aufgetragen werden. Die einfachen Arbeitsvorgänge sind das Anmischen des Pulvermaterials, das Aufziehen des Grundputzes, das Filzen (Reiben mit Schwammbrett oder Filzscheibe), das Glätten (Glättkelle) und das Austrocknen der fertigen Grundputzfläche. Durch das Filzen lassen sich bereits interessante Oberflächenstrukturen schaffen. Falls die Putzoberfläche so belassen werden soll, wird sie nach dem Trocknen mit Knauf Tiefengrund gestrichen und – wenn gewünscht – farbig gestaltet. Ist eine glatte Oberflächenstruktur gewünscht, musss die Putzoberfläche nach dem Filzen ein- bis zweimal mit der Glättkelle abgezogen werden.