www.adventhoeren.at
Foto: Senft&Partner
Der Advent ist die Zeit des Geschichtenerzählens. Aber Tausende Österreicher und Österreicherinnen können sie nicht hören, denn sie sind gehörlos. Darauf macht die Aktion ADVENTHÖREN in den Tagen vor Weihnachten aufmerksam.Ermöglicht wird adventhoeren.at
Was stimmt schöner ein auf die Weihnachtszeit als eine zauberhafte Geschichte? Die gibt es ab 1. Dezember täglich zu erleben auf www.adventhoeren.at– dem ersten Adventkalender für Hörende und Gehörlose im Internet. Wer ein Kalenderfenster öffnet, bekommt eine ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte zu hören und kann sie gleichzeitig in Gebärdensprache sehen. „Wir wollen mit dieser Initiative darauf aufmerksam machen, dass Hören und Sprechen für viele Menschen nicht so selbstverständlich sind wie für die meisten von uns“, betonen die beiden Initiatoren, Susanne Senft, Geschäftsführerin von senft & partner, und innenhofstudio-Chef Georg Zumann. „Vielleicht gelingt es mit adventhoeren, die Anliegen gehörloser und schwer gehörgeschädigter Menschen stärker bewusst zu machen und Unterstützung für sie zu finden.“ Auf adventhoeren.at kann man aber nicht nur Geschichten hören, sondern auch selbst welche einschicken. Man kann Weihnachtskarten versenden und natürlich auch für den Gehörlosenbund spenden. Adventhören findet sich auf Facebook und mit einzelnen Geschichten auch bald auf YouTube.
Entwickelt und umgesetzt wird das Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Gehörlosenbund, dem auch der Reinerlös des Projektes zufließt. Ermöglicht wird adventhoeren.at durch die Unterstützung von Unternehmen wie Knauf. Hören Sie sich das an, am 13. Dezember öffnet der Kalender das Knauf Fenster.
Gehörlosigkeit ist kein Randproblem
In Österreich leben ca. 450.000 Menschen, die wegen ihres stark beeinträchtigten Hörvermögens in ihrer Kommunikation mit den Mitmenschen beeinträchtigt sind. Rund 10.000 Menschen sind vollkommen gehörlos und weitere 10.000 bis 15.000 so hochgradig schwerhörig oder ertaubt, daß ihnen eine Verständigung allein über das Gehör auch mit Hörhilfe kaum möglich ist.
Gehörlos sein bedeutet Nicht-Hören zu können und somit von vielem ausgeschlossen zu sein, wie etwa von Alltagsgesprächen, Informations-, Bildungs- und Kulturveranstal¬tungen. Nur wenigen Gehrlosen gelingt es, höhere Schulbildung zu erwerben, zu studieren und einen ihrer Qualifikation entsprechenden Beruf zu ergreifen
Wie auch bei hörenden Menschen ist Sprachkompetenz entscheidend für berufliche Entwicklung. In diesem Fall geht es um das Erlernen der Gebärdensprache. Die Gebärdensprache ist eine vollwertige Sprache. Damit lassen sich abstrakte Dinge oder Ideen, sogar Poesie, genau so darstellen wie in Lautsprachen. Beschränkungen ergeben sich also nicht durch die Sprache selbst, sondern aufgrund mangelnder sozialer und kultureller Entfaltungsräume.