Wille zur Innovation am Bau

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Am 26. November 2009 trafen sich Österreichs Leichtbau-Experten im Rahmen des ersten RENEXPO-Austria Kongress in Salzburg. Im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen stand das ernorme Innovationspotential moderner leichter Bauweisen.

Von einem Paradigmenwechsel sprach Michael Weingärtler/WIFO in seinem Vortrag über die Innovationskraft der österreichischen Bauwirtschaft. Während es noch vor einigen Jahren vorrangig darum ging, möglichst viele Wohnungen möglichst zeit und kosteneffizient zu errichten, stehe heute zunehmend die Gesamteffizienz im Mittelpunkt – und zwar über die gesamte Wertschöpfungskette, von der Rohstoffgewinnung bis zur Abfalloptimierung. Die Produktivität der Bauwirtschaft habe sich in den Jahren 2000 bis 2007 deutlich erhöht. Der ökonomische Druck fordere permanente Innovation von den Betrieben, so Weingärtler: “Die Marktkonzentration zeigt, dass sich nur jene am Markt durchsetzen, die mit Innovation, Nachhaltigkeit und neuen Organisationsstrukturen den Entwicklungen Rechnung tragen.” Den Berechnungen des WIFO zufolge ist die Produktivität der Bauwirtschaft im Zeitraum 2000 bis 2007 um 45% gestiegen, die der als besonders forschungsintensiv geltenden Sachgüterindustrie dagegen nur um 33%. “Das Bauwesen innoviert vor allem im Prozessbereich, bei kaufmännischen und technischen Prozessen”, so Weingärtler. “Der Forschungsbedarf in Produkttechnlogie ist nicht so stark ausgeprägt. Deshalb könnte man meinen, dass Bauwirtschaft zu wenig in F& E investiert.” Die Bauwirtschaft beziehe viele Innovationen aus den vorgelagerten Wirtschaftsbereichen, die ihr nicht primär zugeordnet werden.

Mehr innovativen Leichtbau

Dass sich das Bauen radikal verändern muss und kann, präsentierte Prof. Dr. Karsten Tichelmann. Die wachsende Bedeutung einer nachhaltigen Entwicklung verstärke eindeutig den Zug zum Leichtbau mit trockenem Innenausbau. Die Prognosezahlen sind eindeutig. Laut der Studie Future Trends im Europäischen Wirtschaftsraum wird der Mauerwerksbau bis 2018 um 12% zurückgehen. Der Leichtbau dagegen wird um rund 30% zulegen, getoppt nur von der Gebäudetechnik mit einer Zuwachsrate von etwa 37%. Tritt das Europäische Nachhaltigkeitsgesetz in Kraft, muss auch die gesamte Primärenergie für die Errichtung eines Gebäudes mit eingerechnet werden. Dann werden die Zahlen noch viel deutlicher zugunsten des Leichtbaus ausfallen: Der Zuwachs bei Gebäudetechnik, Trocken und Leichtbauweisen wird auf über 40% steigen, der traditionelle Mauerwerksbau dagegen um mehr als 20% zurückgehen. Geänderte Bauweisen und geänderte Klimabedingungen werden, so Tichelmann, den Bedarf an Schutz vor sommerlicher Überwärmung steigen lassen. Er plädierte für die intelligente Speicherung der Wärme in Phase-Change-Materials mit Paraffinen. Wie innovativ die Bauwirtschaft sein kann, hat Tichelmann mit seinem Team beim Solar Decathlon 2009 bewiesen, einem architektonisch-energietechnischen Wettbewerb des US Ministeriums für Energie. Ziel ist ein energieautarkes Gebäude für das Wohnen im Jahre 2015 zu entwerfen. Die Häuser dürfen ihren Energiebedarf nur über selbst produzierten Solarstrom decken. Teilnahmeberechtigt sind zwanzig in einem Vorentscheid ausgewählte Universitäten aus aller Welt. Der Wettbewerb endet mit einer zweiwöchigen, öffentlichen Endausscheidung aller Teams auf der National Mall in Washington D.C. Wie schon 2007 hat das Team um Karsten Tichelmann auch 2009 diesen Bewerb gewonnen – mit einem zweigeschossigen Holzhaus mit Photovoltaik-Fassade. Kein Wunder also, dass Tichelmann das Innovationspotential von Bauweisen sehr hoch einschätzt: bei Gebäudetechnik fast 80%, Leichtbau 65%, Holzbau 47%.

Engagierte Menschen

Deutlich wurde bei vielen Vorträgen, dass es das Engagement vieler einzelner Menschen braucht, um zu einer Erneuerung des Bauwesens zu kommen. Menschen wie Prof. Wolfgang Feist, der ebenso zu den Referenten dieses Tages zählte wie Arch. DI Heinz Plöderl, der mit Details der Schule Schwanenstadt aufwartete u.v.m.

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Mag. Andreas Bauer
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