31 Jahre Fertighaus-Symposion
Energieeffizienz und ökologisches Bauen
Das traditionelle Come Together der Fertighausbranche, das Fertighaussymposion, fand heuer vom 7-8. April 2011 im Hotel Jagdhof in Fuschl statt. Bei der 31. Ausgabe dieser renommierten Veranstaltung standen Strategie und Umsetzung des österreichischen Energiefahrplans im Mittelpunkt. Die rund 50 Teilnehmer stellten sich beispielsweise Fragen: Wie können wir die damit verbundenen volkswirtschaftlichen Chancen optimal nützen und gleichzeitig für nachhaltiges und ressourcenschonendes Wirtschaften sorgen und welche Chancen ergeben sich daraus für die Fertighausbranche?
Nach der Begrüßung und der Präsentation von innovativen Produkten und Studien der drei veranstaltenden Industrien Bramac Dachsysteme International GmbH, Saint-Gobain Isover Austria und Knauf GmbH präsentierte DI Dr. Rainer Mikulits, Geschäftsführer des OIB (Österreichisches Institut für Bautechnik) die Neuerungen der EU-Gebäuderichtlinie, die eine Verpflichtung zur Verwendung von hocheffizienten Energiesystemen beim Neubau und Instandsetzung von Gebäuden vorsieht. Nearly Zero Energy Buildings (Niedrigstenergiegebäude) werden ab 2020 in der EU verpflichtend. Dementsprechend wird die OIB-Richtlinie 6, die nationale Baurichtlinie, angepasst, wie beispielsweise die Einführung neuer Energiekennzahlen (Primärenergiebedarf und CO2-Emissionen).
Architekt DI Johannes Kislinger, Geschäftsführer der AH3 Architekten ZT GmbH stellte einige praktische Beispiele (insbesondere Einfamilienhäuser) bezüglich der Neuerungen der Gebäuderichtlinien vor. Kislinger ging auch auf die CO2–Bewertung in der österreichischen Baulandschaft und deren kostenmäßige Auswirkungen ein und wies auf die Problematik der Erreichung der Kyoto–Ziele hin. Ein weiteres Thema war die ökologische Bewertung von Gebäuden durch diverse Bemessungsmethoden, wie die ÖGNB (Österreichische Nachhaltigkeit für Ökologisches Bauen) und deren Vor- und Nachteile.
Christof Müller, Geschäftsführer der Weissenseer Holz-System-Bau GmbH, sieht die Chancen des Fertighauses in der Passivhausweise. Sein Unternehmen beschäftigt sich vor allem mit der Gebäudehülle, denn 40% der Gesamtenergie wird für kühlen und wärmen von Gebäuden verwendet. Müller sieht das Passivhaus als perfekte Gesamtlösung und hebt hier das Thema Behaglichkeit, Kostennutzung und Energieeinsparung hervor. Diesen ökologischen Standard wendet er auch für seinen eigenen Zimmereibetrieb an, den er aufgrund dessen Kompaktheit als „kleinste Fabrik der Welt“ bezeichnet.
Arch. DI Gunter Weratschnig brachte gleich ein gutes Beispiel für ein nach Passivhausstandard errichtetes Fertighaus. Weratschnig referierte über das Dobratsch Gipfelhaus auf 2143 m Seehöhe. Das nach Passivhausstandard in Holzriegelbauweise errichtete Öko-Haus verlangte nicht nur innovatives Denken und Handeln bei der Planung, sondern auch bei der Logistik. Nachhaltigkeit wird hier gelebt. So finden sich eine 90 m² große Solaranlage an der Südseite des Gipfelhauses und eine 45 m² große Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung. Ein kontrolliertes Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung, Toiletten mit Vakuumtechnik und eine Trinkwasseraufbereitungsanlage für gesammeltes Regenwasser werden verwendet. Es wurde versucht möglichst viele Dinge, die seitens der Natur angeboten werden, zu nutzen um den laufenden Transport auf den Gipfel möglichst gering zu halten.
Am nächsten Tag gingt die jährliche Generalversammlung des ÖFV (Österreichischer Fertighausverband) über die Bühne.