Eine Spedition zieht um
Ein neues Firmengelände will durchdacht sein, ebenso wie die baulichen Lösungen welche für eine erfolgreiche Umsetzung sorgen. Bewährte Trockenbau-Systeme kommen da wie gerufen.
Die Spedition Mitterbauer, als erfolgreicher mittelständischer Betrieb in Familienhand, hat eine lange Tradition beziehungsweise viele Einträge in der Firmenhistorie. Auf einem Acker in Ybbs, nahe zur Bundesstraße hat man voriges Jahr ein neues Kapitel zu schreiben begonnen. Im April war es, als die Firmenleiter hier gemeinsam eine Schaufel geschwungen hatten, um einen neuen Standort zu begründen. Ziemlich genau ein Jahr später ist alles für den Umzug bereit. Der Verkehrsbetrieb Mitterbauer als Dienstleister in mehreren Bereichen des Transportgewerbes stellte verschiedene Ansprüche an seine neue Zentrale. Eine Halle für den Fuhrpark, ein Umschlagplatz für den Personentransport und ein Kundenzentrum waren so anzuordnen, dass sich die Nutzungen nicht gegenseitig behindern.
Reisebüroatmosphäre
Mit der neuen Zentrale begibt man sich dorthin, wo Busse und LKW quasi zuhause sind, nämlich an die Bundesstraße. Sicherlich ist das für ein Speditionsunternehmen wohl der normalste Schritt der Welt. Nicht allerdings für das Reisebüro, welches in jenem Fall ganz vorne in der Dienstleistungskette im Betrieb integriert ist. Als Umsatzbringer ist dieses ja von nicht geringer Bedeutung. Für den Architekten ist daraus eine Aufgabe erwachsen, die eine Art Spagat erforderte, zwischen der Planung eines reinen Zweckbaus auf der einen Seite und der eines kundenorientierten Ortes mit Aufenthaltsqualitäten andererseits. Als dritte wesentliche Entwurfskomponente kommt die Schaffung einer Identität für Unternehmen und Standort hinzu.
Hochwertige Ausstattung
Architekt und Unternehmer scheinen sich trotz allem auf einer Ebene gefunden zu haben. Architekt Dietmar Haberl, der je ein Büro in Wien und Loosdorf betreibt, hat nicht nur die passenden Ideen zur Umsetzung gefunden, sondern auch den notwendigen Draht zum Bauherren. Dessen Bedürfnisse sind so in den Entwurf eingearbeitet worden, dass gemeinsam mit der Fachkompetenz des Planers ein wohl funktionierendes Ganzes entstanden ist. „Das vordere Gebäude ist ein Solitär der auch nach innen wirkt“, beschreibt dieser den Baukörper treffend. Auffällig ist das wohlgestaltete Raumgefüge, das sich über zwei Geschosse und mehrere Bereiche zieht. Die Verflechtung zwischen Kundenbereich und Firmenbereich wirkt durchdacht, wobei auffällt, dass im öffentlich zugänglichen Bereich eigentlich großzügiger gebaut wurde als in den Chefzimmern, die auf einem normalen Büroraster aufgebaut wurden. „Auf eine hochwertige Ausstattung hat man wert gelegt, um den Kunden einen entsprechenden Standard zu bieten, beziehungsweise auch ein Auftreten zu haben“, meint Haberl. Das trifft sicherlich auch auf die Ausführung der Trockenbauarbeiten zu. 700 Quadratmeter Gipsbauplatten waren für die Wände benötigt worden. Die vierfache Beplankung plus Dämmung sorgen für einwandfreie Schallisolierung und optimale Stabilität.
An der Decke wurden bei diesem Projekt 1.000 Quadratmeter Lochplatten eingearbeitet. Im Foyerbereich gelangten Knauf Cleaneo Akustik Platten mit Streulochung zur Anwendung. Dies wäre gar kein Zufall gewesen, meint Haberl: „Die spezielle Lochung setzt eine Kontrapunkt zu den kantigen Formen des Bauwerks, wobei das runde Thema in der Möblierung weitergespielt wurde.“ Wurde die Lochung in den Büroräumen regelmäßig und klein dimensioniert gehalten, so bringt in den hohen Räumen und Gängen die bereits angesprochene Streulochung neben optischen Qualitäten auch eine erhebliche Verbesserung der Raumakustik mit sich. Das gewählte Lochbild sorgt in den offenen Gebäudebereichen, gemeinsam mit einer 5cm starken Mineralwollauflage für eine optimale Schallabsorption. Dies dürfte auch recht wichtig sein, zumal sich Passagiere vor Reiseantritt in großer Zahl einfinden werden und sich der Reisetrubel akustisch möglichst in Grenzen halten soll.
Deckendämmung
Janusz Blitek, Bauleiter von Perchtold Trockenbau, wusste vom Verarbeiten, trotz in beide Horizontbereiche schräg abzuhängender Decken, nicht von Problemen zu berichten: „ Durch eine rechtzeitige und exakte Arbeitsvorbereitung sowie genaue Instruktion der Monteure waren wir gut auf die Baustelle vorbereitet.“ Im vorderen Gebäudeteil herrscht im Café und im Reisebüro reichlich Kundenverkehr. Hier halten sich die Urlauber eine Weile auf, bevor sie über eine kleine Abfahrtshalle zu Busterminals gelangen, wo sie schließlich einsteigen, um in die Ferne aufzubrechen. „Na dann, gute Reise!“, kann man da nur sagen.