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Decken-Systeme

Hohe akustische Anforderungen

Zurückhaltung in der Außengestaltung als Kontrapunkt zum dunklen Fernheizwerk(Foto:Knauf/P.Kubelka)

Ein Haus für die Musik

Ein Bauplatz in der Altstadtschutzzone zwischen einer Gründerzeitvilla, der Bahn und dem umstrittenen Fernheizwerk direkt an der Salzach am Ende der klassischen Villenverbauung, ein enger Kostenrahmen, hohe technischen Anforderungen an ein Haus für Musik, ein exaktes Raumprogramm sowie das bereits genehmigte Büro- und Wohnhaus von Wenzl Hartl als Rahmenvorgabe waren die schwierigen Voraussetzungen für die Planung. Seit 19. September ist das Haus der Musik eröffnet.

Schallschutz und Akustik im Musikum Salzburg

Ein Haus für die Musik, geeignet für die ersten Spielversuche am Flügel bis hin zu professionellen Konzertaufführungen mit Aufnahmemöglichkeiten sollte endlich auch in Salzburg entstehen. Die Suche nach einem geeigneten, finanzierbaren Projekt dauerte 30 Jahre, in denen des Musikum Salzburg nur provisorisch in einem minimal adaptierten ehemaligen Gasthaus im Nonntal untergebracht war. Ein Konzertsaal höchster Qualität und die Möglichkeit für Tonaufnahmen waren Grundvorgaben des Salzburger Musikums an das neue Haus. Dafür musste vom Bauphysiker ein Konzept errechnet werden um den Schwingungs- und Geräuscheinfluss der benachbarten Bahn unter Kontrolle zu bringen bzw. diese nach dem Neuausbau der Strecke unhörbar und unspürbar zu machen. Schlussmessungen attestieren dem Veranstaltungssaal einen Grundgeräuschpegel von 17 db.

Eine Herausforderung an den Trockenbau

Nicht nur der Veranstaltungssaal und das Tonstudio sollten höchste akustische Anforderungen erfüllen und für Konzertaufführungen gleichermaßen geeignet sein wie für Sprechtheater, Tanz und Seminare sondern auch alle anderen Musikräume wurden akustisch auf die dort verwendeten Instrumente abgestimmt. Die Schlagwerkräume und Blasmusikräume erforderten nicht zuletzt zum Gesundheitsschutz der Benützer eine Nachhallzeit von 0,4 Sekunden die durch Schrägstellung der Trennwände mit Vorsatzschale in Trockenbauweise, Wand und Deckenverkleidungen mit Lochplatten und eingelegter Akustikwolle sowie mobilen Absorbern und Teppichen erreicht wird. Der 100 m² große Saal im 4. OG soll hauptsächlich als Chorsaal verwendet werden und erhielt dementsprechend eine vorwiegend harte Gipskartonkassettendecke mit Steinwolleinlage und vom Akustiker geplanten Decken- und Wanddiffusoren, die variabel geneigt werden können, um individuellen Akustikansprüchen gerecht zu werden. Die Nachhallzeit beträgt ca. 1,2 s . Für die meisten anderen Musikräume wurde eine Nachhallzeit von 0,7 s gefordert. Nach den Vorgaben des Akustikers wurden die Gipskarton-Kassettendecken mit harten und gelochten Platten gestaltet.

Der Veranstaltungssaal wurde mit einer Akustikdecke ausgestattet, die sowohl allen formalen wie physikalischen Ansprüchen gerecht wird. Die beidseitige absorbierende GK-Lochdecke wurde in Kassettenbauweise ausgeführt, um einen leichteren Zugang zu den Installationen zu gewährleisten. Die gute Zusammenarbeit von Architekt, Bauphysik und den Hartl Bau Innenausbauern dokumentiert sich hier in eindrucksvoller Weise.

Schallschutz – nicht nur für die Nachbarn

Für einen ungestörten Musikübungsbetrieb war höchstmöglicher Schallschutz zwischen den Unterrichtsräumen gefordert. Die GK-Ständerwände zwischen den Unterrichtzimmern wurden 5fach beplankt, mit Steinwolle gefüllt, sind völlig installationsfrei und erbringen einen gemessenen Schallschutzwert von 66db. Durch die Gangtrennwände in gleicher Ausführung wurden nur die notwendigsten Elektroinstallationsleitungen mit aufwändiger Schallabschottung geführt. Die Gangwände ergeben mit Doppelfalz- Schallschutztüren mit Anschlag und rundum laufenden Dichtungen einen Schallschutzwert von 43 db. Die Böden mussten einen erhöhten Trittschallschutz nach unten und zu den benachbarten Räumen erfüllen. Besonderen Schallschutz erhielten die Klavierräume im 1. OG um eine Körperschallübertragung in den Veranstaltungssaal zu verhindern. Zur Verhinderung einer „Telefonwirkung“ erfolgte die Heizungsanspeisung jedes Raumes vom Gang, ebenso die Elektroversorgung.

Bilder

Bunte Stockwerksfarben von dunkelrot bis sonnengelb bei Gangböden und Türen sollen den Schülern die Orientierung erleichtern und vermitteln einen sonnigen Eindruck (Knauf / P. Kubelka).
Der 100 m² große Saal im 4. OG soll hauptsächlich als Chorsaal verwendet werden und erhielt dementsprechend eine vorwiegend harte Gipskartonkassettendecke mit Steinwolleinlage und vom Akustiker geplanten Decken- und Wanddiffusoren, die variabel geneigt werden können, um individuellen Akustikansprüchen gerecht zu werden. Die Nachhallzeit beträgt ca. 1,0 s (Foto: Knauf / P. Kubelka).
Schon vom Eingangsbereich im Erdgeschoss öffnet sich der Blick in den Saal zur Bühne durch Schallschutzverglasungen. Die natürliche Belichtung über eine Fensterband auf der Südseite in den Saal, in das Untergeschoss verlängerte Glasfassaden im Stiegenhaus und Glasoberlichten in das Publikumsfoyer lassen den gesamten Bereich hell und sonnendurchflutet wirken (Knauf / P. Kubelka).

Weitere Informationen

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
Mag. Andreas Bauer
PR
Knauf Ges.m.b.H.
Strobachgasse 6
1050 Wien
Tel. +43 50 567-465
Mobiltel. +43 664 544 60 35
Fax +43 50 567-50465
E-Mail: bauer.andreas@knauf.at