Anspruchsvoller Trockenbau
Insgesamt umfasst die Nutzfläche der Neubauten etwa 4.000 m2. (Foto: Knauf / Sonja Priller)
Neues Schul- und Kulturzentrum für St. Johann in Tirol
Die Marktgemeinde St. Johann in Tirol errichtet ein Schul- und Kulturzentrum, in dem mehrere kommunale Einrichtungen untergebracht sind. Das von der Architektengruppe P3 geplante Projekt sah eine multifunktionelle Nutzung und die Einbeziehung bestehender Altbauten vor.
Konzept von P3
Der Entwurf von P3 für das Schul- und Kulturzentrum St. Johann i.T. gliedert sich in vier unterschiedliche Baukörper: Die beiden bestehenden Altbaukörper (Gemeindeamt und denkmalgeschütztes " Altes Schulhaus " ) werden quer durch eine flache Verbindungsspange ergänzt und erweitert; daran anschließend schließt im Westen an diesen Verbindungskörper der neue Veranstaltungssaal an. Der Saal tritt abgesetzt von der nahen Friedhofsmauer und freigespielt vom Quertrakt als weiterer Solitärkörper in Erscheinung, die beiden Altbauten bleiben in der neuen Konfiguration ebenso als eigenständige Baukörper erhalten und formulieren nach Süden zusammen mit dem niederen Verbindungstrakt zwei zur Straße angegliederte Plätze.
Multifunktionalität im Vordergrund
Das denkmalgeschützte Schulhaus wurde revitalisiert und wieder der ursprünglichen Nutzung als Schule (Polytechnikum) zugeführt; ergänzend hierzu wurden einige erweiternde Unterrichtsräume (Werkstätten) im Untergeschoss des Quertraktes untergebracht. Das Untergeschoss des Veranstaltungssaales erhält Nutzungsbereiche für die örtliche Musikkapelle und Musikschule, Archiv und Proberaum der Theatergruppe sowie Nebenräume und Nasszellen für den Saal. Im Erdgeschoss des Quertraktes befinden sich ein zweigruppiger Kindergarten, ergänzende Einrichtungen für das anschließende Gemeindeamt, ein Trauungssaal, Eingangs- und Empfangsbereiche für den Veranstaltungssaal. Bezüglich Trockenbau wurde insbesondere auf Akustikverkleidungen in verschiedensten Ausführungen von rund bis abgetreppt im Bereich der Wand- und Deckenkonstruktionen seitens der Architektengruppe P3 großes Augenmerk gelegt.
Im Obergeschoss ist die Musikschule mit ihren Unterrichts- und Verwaltungsbereichen situiert; im Anschluss daran und in unmittelbarer Verbindung zur Gemeinde liegt der neue Sitzungssaal des Gemeinderates. Insgesamt umfasst die Nutzfläche der Neubauten etwa 4.000 m2. Dazu kommt noch der bereits vorhandene Baubestand der Alten Volksschule mit ca. 1.300 m2.
Veranstaltungssaal für 400 Personen
Der neu errichtete Mehrzwecksaal ist für alle Arten von Veranstaltungen konzipiert. Dies reicht vom kleinen Seminar, Vorträgen und Lesungen über Konzerte, Multimediashows, Theateraufführungen und Modeschauen bis hin zu großen Events und Bällen. Auf Grund der Bühnengröße ist der Saal auch besonders für Tanzveranstaltungen, Musicals und große Orchesterkonzerte geeignet. Für die verschiedenen Veranstaltungen stehen der Saal mit Bühne und modernster Saaltechnik, ein Foyer mit Bar, zwei Seminarräume sowie der Cateringbereich mit komplett ausgestatteter Küche zur Verfügung. Im großen Veranstaltungssaal war der Trockenbau ein wesentlicher Bestandteil der gesamten Gestaltung. Im Bereich der Emporen OG und EG wurden abgetreppte Schürzen, Deckennischen für diverse Beleuchtungen, teilweise auch in runder Form, als auch Akustikverkleidungen eingebaut (gleiches gilt für den Bereich Gemeindesaal). Im Bühnenbereich wurden runde, bis zu 6m hohe, Wände hergestellt, teilweise als Akustikverleidung bzw. teilweise als glatte Verkleidung. Die offizielle Eröffnung des Veranstaltungssaales fand am Freitag, 8. Oktober 2004 unter Anwesenheit des Tiroler Landeshauptmannes Dr. Herwig van Staa in feierlichem Rahmen statt. Laut dem Bauleiter von Lieb Bau Weiz , Peter Derler, lag die Herausforderung beim Trockenbau darin den hohen Ansprüchen der Architektur folge zu leisten. Wie man sieht, ist dieses Vorhaben gut umgesetzt worden.