Xolar GmbH
Eingangsbereich des neuen Firmensitzes der Xolar-Gruppe
Ganz schön visionär - Industriegebäude in Passivhausqualität
Die Xolar-Gruppe, einem Komplettanbieter von Solaranlagen, ist von Kirchdorf an der Krems an den neuen Firmenstandort Eberstalzell übersiedelt. In nächster Nähe zum Voralpenkreuz entstand in einem Jahr Bauzeit ein energietechnisch neue Maßstäbe setzendes Industrie- und Bürogebäude. Selbstverständlich ist der Trockenbau bei diesem visionären Objekt mit von der Partie.
Hauptzielsetzung beim Neubau war die Entwicklung eines Industriegebäudes, das den Standards von Passivhäusern entspricht. Diese Vorgabe konnte durch Ausschöpfung aller zur Verfügung stehenden Ressourcen erfüllt werden. So werden die Produktionshalle und die Büros im Wesentlichen durch 1.100 m² Sonnenkollektorflächen beheizt. Die Abwärme der Laserschneidemaschinen wird in der Bodenplatte gespeichert. Das Büro kann bei steigenden Temperaturen mit einer solar gespeisten Absorptionskältemaschine gekühlt werden. Revolutionär scheint die Nutzung des Erdreichs für den Energiehaushalt des Gebäudes. Die Bodenmasse unter der 20.000 m² großen Fertigungshalle dient sowohl als Wärmedämmer als auch riesiger Wärmespeicher. Das Erdreich unter dem Boden der Halle nimmt langfristig die Temperatur der Halle- etwa 19 bis 20 Grad Celsius- an. Dazu wird von Sonnenkollektoren aufgeheiztes Wasser in Rohrleitungen in den Hallenboden geleitet. „Dieser riesige Erdwärmespeicher wird von oben nach unten beladen“ so der Planer DI Leopold Hörndler. Die wichtigsten oberen zwei Meter sind laut Simulationen nach zwei bis drei Jahren so ausreichend warm, dass nicht mehr geheizt werden muss. In den darauffolgenden Jahren nimmt das Erdreich bis in eine Tiefe von 20 Metern die Temperatur der Halle an“, so Hörndler ergänzend. Danach übernehmen etwa 200.000 Kubikmeter erwärmtes Erdreich die Beheizung der Halle. Gleichzeitig sorgt die Speichermasse an heißen Tagen für die Kühlung, ähnlich einem Kühlschrank. Bei Bedarf sind nachts die Brandrauchentlüftungen offen, am Morgen werden die Schleusen geschlossen. Dieses einfache Prinzip klimatisiert die Halle im Sommer. Die Energieeinsparung bei einem Passivhaus basiert neben der guten Dämmung auf einer dichten Gebäudehülle. Die Fertigungshalle wurde in Holzbauweise mit Stahlbetonsäulen gebaut. Das Bürogebäude ist in Holzriegelbau mit Betongerüst ausgeführt. Sowohl bei der Fertigungshalle als auch beim Bürogebäude wurde aus ökologischen Gründen darauf geachtet, möglichst wenig Beton zu verwenden und mit Holz zu bauen. Um auf die benötigte Speichermasse zu kommen, wurden in den Installationswänden Holzpellets eingeblasen. „So haben wir die Wärme- und Feuchtigkeitsspeicher in den Griff bekommen,“ erklärt Hörndler.
Im Inneren des 300 m² großen Bürogebäudes findet man viel Glas und Gips in Form von Trockenbausystemen. Alle Arbeitsplätze sind gut belichtet und frei von Zugluft. Knauf Cleaneo-Akustiklochdecken in den Büros, Besprechungsräumen und Schulungsräumen wurden zum Standard erhoben, aber auch Knauf Danoline Kassettendecken wurden vom Welser Trockenbauunternehmen Fischer& Edelsbacher verbaut. Runde Elemente und Abtreppungen an der Decke mit integrierter Technik finden sich vorwiegend im Empfangsbereich von Xolar wider. Die „Trennungswand zwischen den Hallenbüros und dem Produktionsbereich wurde mit Aquapnel® Cement Board Indoor doppelt beplankt, da die Knauf Leichtzementplatte wasserresistent und stoßfest ist.
In der Endausbaustufe können 1,5 Millionen m² Kollektoren im Jahr produziert werden. Damit könnten 100.000 Einfamilienhäuser mit einer Solaranlage ausgerüstet werden. Das entspräche einer Einsparung von 75.000 Tonnen Öl und 250.000 Tonnen CO2-Ausstoß.
An ein weiterführendes Vermarkten des Vorzeigebaus ist durchaus gedacht. Herbert Huemer, Geschäftsführer und Xolar-Gründer: „Meine Solarfabrik der Zukunft“ soll ein Modell für die „Fabrik der Zukunft“ sein. Wir werden Konzepte entwickeln, damit auch andere Industriebauten mit Energiesystemen auf Basis erneuerbarer Energien ausgestattet werden können.