Traumhafter Ausblick über die Stadt
Im Innenbereich setzte man auf Trockenbauweise und Glaselemente.
Am Fuße des Cafe Sperls
Das Ursprüngliche zu bewahren, den Charakter eines Hauses neu zu prägen waren die Vorgaben für den Dachgeschossausbau in der Gumpendorferstraße 11-13. Am Fuße des Traditionscafes Sperl wurde eine akzentuierte und zeitgemäße Interpretation eines Gründerzeithauses mit gleichzeitiger Trennung zwischen Alt- und Neubau vorgenommen.
Verbindung traditioneller und moderner Architektur
Eine zeitgenössische Interpretation des klassischen Mansardedaches zu entwickeln war Ausgangspunkt des Entwurfes. Die horizontale Gliederung der Fassade und die inneren Strukturen des bestehenden Gebäudes wurden übernommen und verweben so den Gründerzeitbau mit dem Dach. Der Dachkörper soll nicht konkurrenzieren, sondern mit dem Bestand eine Einheit bilden. Die bestehende Traufe bleibt oberster Abschluss der Fassade, das Dach nimmt sich zurück und zeigt sich durch die Ausbildung einer zweiten Traufe dem Straßenraum. Der obere Abschluss des Daches fügt sich in die Höhenentwicklung der Straßensilhouette ein. Der bestehende Turm setzt sich am Dach als Glaskörper fort und behält so die Proportion des Turmes zum Dach, wie sie vor dem Ausbau bestand, bei. Die verwendeten Materialien und die zeitgenössische Formensprache zeigen einen eigenständigen Dachkörper, welcher mit Respekt vor der historischen Substanz mit dieser eine Einheit bildet.
Präzision im Trockenbau
Im Innenbereich setzte man auf Trockenbauweise und Glaselementen, die ein offenes und helles Ambiente in den Büroräumlichkeiten unterstützen. Der in Stahlskelettbauweise errichtete Aufbau umfasst drei Stöcke. Die Stahlträger wurden mit der nicht brennbaren Knauf Fireboard verkleidet, nicht nur eine wirtschaftliche Art die Träger vor Brandschäden zu schützen, sondern auch eine funktionelle, da hier auf eine Unterkonstruktion verzichtet werden kann und dennoch eine Brandwiderstandsdauer von F90 erfüllt wird. Bei diesem Objekt eine unverzichtbare Eigenschaft, da die Trägerverkleidungen aus Platzgründen extrem schlank gehalten werden und trotzdem alle Funktionen erfüllen mussten. Insgesamt wurden 2000 m² Stahlbauteile ein- oder zweilagig verkleidet. Bei den Dachflächenverkleidungen wurde die Massivbauplatte eingesetzt, die ebenfalls den gestellten Anforderungen bezüglich Brandschutz gerecht wurde. Auch eine relativ kurze Bauzeit (Ende 2002 bis Mitte August 2003) sprach für die Trockenbauweise.
Über den Dächern von Wien
„Das vornehmste Ziel eines Architekten besteht darin, Visionen des zukünftigen Gesamtbildes mit der Bausubstanz des Originals und zeitgemäßen Maßstäben an Form und Funktionalität der Nutzflächen in Einklang zu bringen.“ Summa summarum wurde mit dem Dachgeschossausbau in der Gumpendorfer Straße ein Projekt verwirklicht, das eine geglückte Kombination aus traditioneller und moderner Architektur darstellt, repräsentative Büros mit traumhaften Ausblick, die man sofort beziehen möchte. Kein Wunder, wurde auch bei der Gestaltung sehr viel Wert auf lichtdurchflutete offene Räumlichkeiten und optimale Ausnützung des Panoramablicks auf die Wiener Stadt gelegt. Die Mitarbeiter einer renommierten Versicherung werden nicht nur aufgrund des Ausblicks von ihrer zukünftigen Arbeitsstätten begeistert sein.