Einzug der Militärmusik Kärnten
Die Musikkapelle des Mil.Kdo Kärnten (Foto: Österr. Bundesheer)
Umbau in der Klagenfurter Khevenhüller Kaserne
Nachdem die Waisenhauskaserne veräußert wurde, brauchte die Militärmusik Kärnten eine neue Unterkunft. Aus diesem Grund wurden in der Klagenfurter Khevenhüller Kaserne Räumlichkeiten adaptiert und akustisch auf Vordermann gebracht, sodass die Militärmusik optimal proben und üben kann. Der Trockenbau spielte bei dieser akustischen Renovierung eine übergeordnete Rolle.
Die Kaserne ist benannt nach Graf Ludwig Andreas von Khevenhüller, der durch seine Erfolge bei der Schlacht um Peterwardein, Kaiser Karl VI die Meldung über den Sieg gegen die Türken persönlich überbringen durfte. Das Infanterieregiment Nr. 7 erhielt in Folge den Namen „Khevenhüller“ und wurde später zum „Kärntner Hausregiment“. Der Bau der Kaserne erfolgte in den Jahren 1938 bis 1943 nach damals sehr modernen Verhältnissen. Insbesondere die Wahl der Baustoffe, wie gebrannte Ziegel oder als Verkleidung der Schiefer vom Klagenfurter Kreuzbergl, lässt die Kaserne noch heute als äußerst vorbildlich erscheinen. Mit der „Nordost-Ecke“ und den umliegenden Übungsflächen, etwa dem Garnisonsübungsplatz Ehrentalerberg, ist die Kaserne in punkto Ausbildungsmöglichkeiten einmalig in Kärnten. In der Khevenhüller Kaserne sind das Jägerbataillon 25, und die Werkstattkompanie des Stabsbataillons stationiert. Als einziger Luftlandeverband des Österreichischen Bundesheeres erfüllt das Jägerbataillon 25 vielseitige Aufgaben im In- und Ausland gemäß den Anforderungen der Brigade. Möglich ist dies durch eine umfangreiche Infanterie- und Spezialausbildung. Weiters sind in der Kaserne die Sanitätsanstalt Klagenfurt des Kommando Einsatzunterstützung sowie ab Anfang Mai die Stabskompanie des Militärkommandos Kärnten mit der Militärmusik Kärnten und Teile der Militärstreife/Militärpolizei untergebracht.
Spezielle akustische Anforderungen
Aufgrund des Umzugs mussten adäquate Proberäume mit entsprechenden Anforderungen für Schallschutz und Akustik für die Militärmusik Kärnten geschaffen werden. So wurde der Dachgeschoßbereich eines Objektes dementsprechend renoviert. Ein großer Proberaum, einige mittlere Proberäume, aber auch kleinere Probekojen für Einzelproben wurden realisiert. Der verantwortliche Trockenbauer Walter Schuhmacher aus St. Veit/Glan verkleidete mit maximal neun Mann die Decken der einzelnen Räume im Dachgeschoss mit Knauf Cleaneo Akustik um die Überhöhe auszugleichen. Die Decken wurden dreifach mit zwei Mal 12,5 mm und als Sichtdecke mit Akustiklochplatten beplankt. Durch diesen Aufbau konnte eine Brandwiderstandsdauer von 60 Minuten erreicht werden. Die Belüftung und Beleuchtung wurden teilweise in die Decke integriert. Die zahlreichen Zargen im Dachgeschoss mussten ebenfalls mit einer Verkleidung auf F60 getrimmt werden. Nicht nur die Decke wurde akustisch „upgegradet“, sondern teilweise waren auch Vorsatzschalen mit Akustiklochplatten nötig um den speziellen Anforderungen gerecht zu werden. Die kurze Bauzeit von drei Monaten stellte eine weitere lösbare Herausforderung für das Kärntner Trockenbauunternehmen dar. Walter Schuhmacher hatte bei diesem Objekt ein Revival, denn in dieser Kaserne hat er seinen Grundwehrdienst absolviert.
Bilder
Auf der Grundlage des großen Kulturerbes alt-österreichischer Militärmusik pflegt die Musikkapelle des Militärkommandos Kärnten heute ein Repertoire, dass sie in die Spitzengruppe europäischer Militärkapellen einreiht.
Die zahlreichen Zargen im Dachgeschoss mussten ebenfalls mit einer Verkleidung auf F60 gebracht werden.
Die Decken wurden dreifach mit zwei Mal 12,5 mm und als Sichtdecke mit Akustiklochplatten beplankt.
Die Belüftung und Beleuchtung wurde teilweise in die Decke integriert.