Erweiterte Kahn Galleries für die Albertina
Dauerausstellung „Kunst nach 1970“
Knapp ein Jahr hat die Erweiterung der Kahn Galleries in der Albertina gedauert. Der Ausbau brachte dem Museum rund 1000 m² zusätzliche Ausstellungsfläche. Moderneste Technik wird in den 16 neuen Räumen eingesetzt, die Wände und Decken sind in hochwertiger Trockenbauweise realisiert worden.
Bauliche Voraussetzungen
Bei dem Umbau der Kahn-Galleries in bislang nicht genutzte Teile des Palais stand die Planung der Statik vor einer besonderen Herausforderung. Über 60 Zwischenwände, aber auch zwei 25 Meter lange, 1 ½ Meter starke tragende Mauern wurden entfernt. Sämtliche Abbrüche wurden mit dem Denkmalamt abgestimmt. Von den Abbrüchen – es mussten 850 Tonnen Bauschutt entsorgt werden - waren nur jene Teile betroffen, die erst im 20. Jahrhundert errichtet worden waren.
Weniger ist mehr
Auf aufwendige Raumkonzeptionen wurde beim Umbau verzichtet. Stattdessen folgte man laut Direktor Dr. Albrecht Schröder der Überzeugung, „dass Kunst nicht spektakulär inszeniert werden muss, sondern ruhige, meditative Räume braucht, die zum konzentrierten Betrachten einladen, ohne zu ermüden.“ Einerseits ist jeder Raum als in sich geschlossene, ruhige Einheit erlebbar, andererseits ergeben sich durch bewusste Blickachsen in die benachbarten Räume fließende Übergänge zwischen den Sälen, die dem statischen Verweilen des Besuchers ein dynamisches Moment beigeben.
Trockenbau ist Trumpf
Sämtliche Wände und Decken der neuen Ausstellungsräume wurden in Trockenbauweise errichtet. Angesprochen auf dieses prestigeträchtige Objekt antwortet Bauleiter Horst Moser, vom verantwortlichen Trockenbauunternehmen 3P, „dass der Altbestand des Palais immer für Überraschungen gut war, jedoch mit der Trockenbauweise sehr viel möglich ist. Zudem bietet diese flexible Bauweise sehr viele Lösungsmöglichkeiten an. So konstruierte das burgenländische Trockenbauunternehmen eine „Ausstellungswand“ bestehend aus einer freistehenden Vorsatzschale in Kombination mit einer Spannplatte. Die Decken mussten eine Brandwiderstandsdauer von F90 erfüllen, die mit 3x 15 mm Feuerschutzplatten gelöst wurde. Als Sichtdecke wurde die Standarddecke D131 verwirklicht. Erwähnenswert ist auc die Knauf Sicherheitswand, die mit insgesamt 6xBauplatten und 4xStahleinlagen im Eingangsbereich der Galerie verwirklicht wurde. Streiflichtfreie Ausstellungswände eine gewisse Selbstverständlichkeit, um die Exponate optimal präsentieren zu können. Aus diesem Grund waren Q3 und Q4 bei der Verspachtelung der Wände sehr gefragt.
Erdbebensicher
Im Zuge der Erweiterung der Kahn-Galleries wurde erstmals die Albertina in seiner Gesamtheit erdbebensicher gemacht. Dafür wurden alleine 900 Tonnen Stahl für Gebäudekorsette und Träger eingebracht. 26 Kilometer Kabel wurden für die moderne Klimaanlage sowie Sicherheitseinrichtungen verlegt.
Erste Ausstellung
Die nach der Erweiterung auf 2000 m² vergrößerten Jeanne&Donald Kahn Galleries sind der Ort, an dem nun dauerhaft ein guter Einblick in die reichhaltigen Bestände an Gegenwartskunst geboten werden kann. Rechtzeitig zur Eröffnung der Ausstellung „Nach 1970. Österreichische Kunst aus der Albertina“ wurden die Bauarbeiten des 5,2 Millionen Euro schweren Projekts abgeschlossen. In Kooperation mit der Österreichischen Nationalbank, werden in den neuen Galerien Arbeiten auf Papier Ölgemälden gegenübergestellt. Auch wenn die erste Ausstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, so macht sie den Besucher doch mit vielen der bedeutendsten Künstler, wie beispielsweise Arnulf Rainer, bekannt.