Das ewas andere Domizil
Die Einheiten des Hauses werden komplett in der Fabrik vorgefertigt (Foto: Knauf / M. Stelzhammer)
Standardisierte Bauweise mit Knauf Systemen
u.m.a. ist ein dreiköpfiges junges Team, das sich unter anderem mit neuen Dimensionen des Wohnens beschäftigt und dies mit einem neuen Fertighauskonzept umsetzt.
Die aus der Reihe tanzen
Schon Großmeister wie Adolf Loos, Frank Lloyd Wright, Le Corbusier oder Jean Prouvé arbeiteten mehr oder weniger emsig an Lösungen für vorgefertigte, standardisierte Formen des Hausbaus. Designgrößen wie Philippe Starck oder Matteo Thun wurden engagiert, um das Produkt Fertigteilhaus von seinem Einheitsimage zu befreien. Nun sind drei ambitionierte Architekten namens u.m.a - die Abkürzung steht für die Architekten Ernst Unterluggauer, Djordje Milosevic und Zaid Al Khafaji - angetreten, um ein präzis formuliertes Konzept zu liefern, das es ermöglicht dem eher tristen und engen Bild der Einfamilienhaussiedlungen neue Formen, viel Freiheit und vor allem Farbe zu geben.
Industrielle Bauweise
Die Einheiten des u.m.a. Hauses werden komplett in der Fabrik vorgefertigt und gelangen fix fertig inklusive Fußböden sowie ausgemalt auf die Baustelle. Den Architekten u.m.a. schwebte, ähnlich wie es in der Autoindustrie üblich ist, optimierte, serielle Produktion der Bestandteile vor. Am eigentlichen Standort kommt es vor der Ankunft des u.m.a. Hauses zur Errichtung des Fundaments bzw. eines standardisierten Betonfertigkellers. Vom Kran werden die Raumzellen im Obergeschoss justiert, nachdem die Stützen und Trennwände aus Knauf Vidiwall im Erdgeschoss errichtet wurden. Von der Unterschrift am Kaufvertrag - 20 bis 25 Prozent liegt das u.m.a. Haus unter den marktüblichen Preisen für vergleichbare Bauprojekte - bis zum Einzugstermin vergehen maximal drei Monate. Der rein technische Aufwand der Errichtung eines u.m.a Hauses am künftigen Wohnort lässt sich theoretisch in 24 Stunden bewerkstelligen.
Boxenstopp mit renommierten Unternehmen
Die wohl proportionierten Raumelemente von u.m.a., die an langgezogene Boxen erinnern - mancher mag an das Bild großzügiger Eisenbahnwaggons denken - werden von der Firma Scholl produziert, die international unter anderem in Sachen Stahl-, Hallen- und Maschinenbau reüssiert. Eine Reihe sorgfältig ausgewählter Subunternehmer kümmert sich um hypermoderne Haustechnik (ein auf Wunsch installiertes E-Bussystem wird zum pflegeleichten Hausmeister), Fenster, Böden (als Trockenestrich dient Knauf Vidiwall) und andere Bereiche der künftigen Heime, die ab 105 Quadratmetern (Erdgeschoss plus Obergeschoss) zu haben und beliebig erweiterbar sind. Dabei entsteht ein formal stufenartiges Spiel, welches eher an eine Art buntes, architektonisches Domino erinnert, denn an triste Strenge.
Fassade als Pop-Art
Design-technisch ist das Haus gut ausgerüstet und gewährt seinen Bewohnern erstaunliche Freiheit und Individualität. Durch vorgedachte und vorproduzierte Elemente lässt das Haus betreffend Oberflächen vielleicht sogar mehr gestalterischen Spielraum zu, als so manches klassisches Haus. Sämtliche Oberflächen, von den Fußböden über die Wand- und Deckenbeläge usw. sind von den Hausherren frei wählbar. Besonderes Gusto-Stückerl in Sachen Gestaltung ist das Dekor der Fassade. Metallpaneele, Holztafeln, Stoffe, Leder, Eternit, Kunststoff machen aus den Bewohnern aktive Mitgestalter. So wird die Fassade zum Bildträger, das Haus zum Einzelstück, die Siedlung zu einer permanenten Ausstellung. Gleich einem Handycover kann das u.m.a. Haus weiters mittels bedruckter PVC-
Folie seine „Kleider“ wechseln - vom floralen Motiv der Narzisse bis hin zum Pop-Art Tempel. Trotz der strengen Systematik des Konzepts lassen sich auch im Inneren des Hauses mannigfaltige Raumsituationen bewerkstelligen. Aufgrund der Addierbarkeit der Module und der verschiedenen Kleider ist es gelungen, flexible, variable und wandelbare Strukturen zu schaffen und somit auch die Individualität eines jeden einzelnen zu respektieren und zu fördern.