Engelsbad
Ein Kegel an der Decke lässt die alten Träger verschwinden.
Vom Biedermeierbad zum Therepiehaus - Ein Neubau auf Raten
Der Ort Baden ist bekannt für seine Thermaltradition. Die Legende besagt, dass 1755 eine neue Schwefelquelle zu sprudeln begann und man nannte sie Engelsquelle. Darüber wurde ein Badehaus gebaut und ein halbes Jahrhundert später ein Neues. Der Biedermaierarchitekt Joseph Kornhäusel schuf jenes Gebäude, das es auch heute noch gibt. Allerdings wurde es für die spätere Errichtung einer Heilanstalt abgetragen und versetzt wiedererrichtet. Von da an war der heilende Quell den Kurgästen vorbehalten. Zuletzt entschloss man sich, aus dem Objekt eine Sonderheilanstalt zu machen, womit ein neuerlicher Ausbau anstand. 2007 wurde mit dem Umbau des Hauses begonnen, der eine Erneuerung und eine Erweiterung in die Breite und in die Höhe mit sich bringen sollte. Dieser Tage wird das nicht unaufwendige Projekt abgeschlossen und knapp 900 Quadratmer Therapie-, Behandlungs- und Unterkunftsräume kommen damit hinzu. Das Gebäude wandelte sich vom reinen Kurhaus zur medizinischen Behandlungsstätte mit modernen Standards.
Technischer Input
Was das bedeutet, lässt sich an den technischen Einbauten ablesen. Mit neuer Belüftung, Klimatisierung, Strom- und Notstromversorgung sowie zusätzlicher interner Kommunikationssysteme, Brandschutzanlagen sowie Aufzugseinbauten kam jede Menge neue Infrastruktur hinzu. All das konnte dank der, über den alten Gebäudebestand gelegten, Trockenbausysteme integriert werden. Die meisten bestehenden Zwischenmauern im Badebereich waren zuvor entfernt worden, um möglichst großzügig adaptieren zu können. Ob bei den Massageräumen oder den Gemeinschaftsräumen, ist die Raumgliederung an die neuen Erfordernisse angepasst worden. Da wurden zusätzliche Massagekojen eingebaut und der Speisetrakt mittels Glasgalerie verbreitert. Das Ergebnis zeigt, wie Innovation und Tradition miteinander verflochten werden können.
Kunstvoll vergipst
Der Architekt spielte das bis ins Detail durch. Etwa gibt es ein Kegel, der an der Decke eines Durchgangsraumes schwebt und so hinter moderner Formensprache die alten Träger verschwinden lässt. Der Trockenbauer arbeitete ihm zu und formte das Teil, welches nur eine inoffizielle Funktion hat. Auf die Profile wurden in möglichst kleinem Raster von innen und außen trapezförmig Gipsplatten angebracht und kunstvoll vergipst, sodass die Oberfläche einen runden Eindruck vermittelt. Zwar mag das Element aus funktionaler Sicht unbedeutend sein, so sind es doch die Anblicke und Ausblicke, die den Therapiealltag wesentlich mit gestalten. Nebenan ist die Klimatechnik untergebracht und daher wurde aus Brandschutzgründen mit zwei 15 Millimeter starken Gipsplatten aufgedoppelt. Die Stützträger in der Aula waren noch heikler und es kamen Fireboard-Platten zum Einsatz.
Feuer und Wasser im Griff
Aber nicht nur auf den Brandschutz wurde großes Augenmerk gerichtet. Auch die Akkustik hat es dem Bauherren, der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, angetan. Nicht verwunderlich ist das, denn wer sich regenerieren will, der braucht freilich seine Ruhe. Daher sind praktisch in allen größeren Räumen Knauf Cleaneo Akkustikplatten eingebaut worden. Für die Firma Knauf bedeutete diese Baustelle damit aber auch, mit der Vielfalt seiner Lösungen auftrumpfen zu können. In den Badebereichen kam die bewährte Aquapanel® Cement Board Platte zum Einsatz. Die Träger auf denen sie befestigt wurde waren in diesem Fall verzinkt da beim Korrosionsschutz auf Nummer sicher gegangen wurde. Eine Knaufplatten-Verkleidung gab es auch für den Röntgenraum und das über den strahlungshemmenden Bleiblechbeschlag. Schon glänzt das Gebäude rundum erneuert an allen Ecken und Enden. Der Boden wurde zum Großteil mit schweren Kieselsteinbetonplatten belegt. Für den obersten Zubau des Vordertraktes hat man mit dem Gewicht des Unterbodens dafür etwas gespart. Der ist ein Hohlraumboden mit Gipsfaserplatten (Knauf Integral) aus dem Hause Knauf, welcher plattenweise und natürlich trocken eingebracht wurde. Der Komfort des Gebäudes konnte durch den Umbau und Zubau um hundert Prozent gesteigert werden. Auch die Belichtung mit zahlreichen offenen Fensterfronten oder Lichtkuppeln an den Gängen dürften die Bewohner aufatmen lassen. Die Trockenbaufirma war rund ein halbes Jahr engagiert und der Projektleiter Horst Moser zog am Ende eine positive Bilanz: „Bemerkenswert war die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Bauherren. Da hat alles geklappt.“
Heilsames Ambiente
Was nun übergeben wird, ist ein Gebäude mit freundlicher Gestaltung und vielen verschiedenen Aufenthaltsmöglichkeiten. Das sollte helfen, einen langwierigen Aufenthalt erträglicher zu machen. Die Patienten werden sich unter diesen Umständen ganz aufs „Gesund werden“ konzentrieren können. Die Engelsquelle selber ist zwar nach wie vor das wichtigste Element, immerhin wurden mit dem Umbau aber Bedingungen für ein besseres Regenerieren geschaffen.