Mit Grips und Gips
Umbau einer Halle zum Wein-Megastore: Stylisch und praktisch
Wein & Co ist bekannt für Regale mit Unmengen Wein und für sein Trinken-im-Geschäft-Konzept. Die supermarktähnlichen Shops mit der inkludierten Konsumtheke sind im Land ja recht verbreitet. Nun kommt aber mit einem Megastore etwas ganz anderes, quasi die Superlative des Weinverkaufs. In einer stillgelegten Halle nächst der Shopping City Süd gibt es nun das größte Weingeschäft Österreichs. Eine elf Meter hohe Halle wurde entsprechend adaptiert und die baulichen Maßnahmen waren entsprechend umfangreich. Der Verkaufs- und Verkostungsbereich bildet das Herzstück an der Front, ist aber noch lange nicht alles, was im Gebäude untergebracht ist. Die Administration des Unternehmens übersiedelt nämlich ebenfalls an den neuen, verkehrsgünstigen Standort in der ehemaligen Outlet-Zone des Vösendorfer Einkaufszentrums.
Bereichernder Blick nach oben
Wo Umbau notwendig wird, ist der Trockenbau mit seinen flexiblen Lösungen meist nicht weit. So auch hier, wo den Architekten vom Bauatelier Schmutzenhofer ein kleines Kunststück gelungen ist. Sie haben nämlich den Ort an die neuen Bedürfnisse angepasst, ohne das Gebäude komplett zu verbauen. Die Halle beim Eingang wurde bis zur Decke in über zehn Metern Höhe offen gelassen. Das war eine durchaus mutige Entscheidung, da das Flair der ursprünglichen Nutzung nicht ausgeklammert wurde. Das Experiment kann heute als gelungen bezeichnet werden, weil gleichzeitig jegliche Sterilität vermieden wurde. Man könnte auch sagen, dass interessante räumliche Eindrücke die Weindegoustation bereichern. Bausteine zum gelungenen Ausbau waren, im wahrsten Sinn des Wortes, die Gipskartonplatten aus dem Hause Knauf. Sie konnten dank der CW-Querprofile auch auf die eher ungewöhnliche Höhe der Eingangshalle vorgesetzt werden. Solcherart wurden die größflächigen Flanken stilvoll bis unter die Decke bedeckt und einige befremdlich wirkende Installationskanäle verschwanden dahinter.
Auf Holz gebaut
Halbhohe Trennwände, halboffene oder geschlossene Büro-Zwischenwände und die Ballustrade (mit Aluschutzprofil) an der Theke sind weitere vertikale Trockenbauelemente aus Gips in der neuen Weinzentrale. Konstruktive Basis ist jeweils ein Holzunterbau. Es kamen aber, um die Trennwände mit den tragenden Wänden zu verbinden, auch Formrohre zum Einsatz. Die doch zahlreichen halbhohen Wände waren zur räumlichen Trennung notwendig, etwa um den Verkaufsraum vom Bürotrakt zu separieren. Als Folge ergibt sich beim Durchschreiten eine Art „Backstagegefühl“. Die Büros der Weinzentrale sind auf drei Ebenen verteilt. Jeweils unterschiedliche baulichen Standards, respektive Nutzungsmöglichkeiten, zeichnen sie aus. Im ersten Stock befinden sich kojenartig Büroräume, welche ganz ohne Türen aber dafür mit dem Trockenunterboden VIDIFLOOR errichtet wurden. Im Zwischengeschoß befinden sich zwei Räume, die dank mobiler Trennwand, zu einem einzigen Raum gemacht werden können. Hier wurden die Gipskartonplatten an ein Blechflugdach montiert. Wer zum Chef will, muss über eine Galerie in die dritte Etage. In dessen Zimmer sorgen Knauf Diamantplatten für ungestörte Akustik.
Akustisch im Reinen
Geselligen Gesprächslärm gibt es ausschließlich an der Weinbar unten. Die Chefetage hat, dank Teppich und Knauf Cleaneo Akustikplatten, die Arbeitsathmosphäre „eingebaut“. In der Mitte des Geschosses ist eine Art Atrium mit einer Besprechungskoje aus Glas. Dieser zentrale Raum hat alles, was man für moderne Präsentationen braucht in der Decke integriert, sprich eine Leinwand und einen Beamer. Und falls einmal etwas nicht für alle Augen bestimmt ist, wird mittels Vorhang der Rest der Belegschaft ausgeschlossen. Dafür war vom Trockenbauer noch vor dem Platteneinbau eine Rundum-Vorhangschiene an die abgehängten Profile montiert worden. Detaillösungen an den abgehängten Decken waren gefragt. Beim wandseitigen Einbau, der mittlerweile in Mode gekommenen Slot-Lampen, zum Beispiel. Ebenso bei den Schattenfugen am Rand der Decke in der Verkaufshalle. Der kleine Abstand zur Wand war aus ästethischen Gründen belassen worden. Die Raumhöhe ist übrigens ordentlich, von ursprünglich fünf Metern auf 3,40 Meter, reduziert worden. An mehreren Stellen im Haus wurden außerdem Durchsichten geschaffen, bei denen für den Glaser Maßarbeit geliefert wurde.
Gehaltvoller Abgang
Alles in Allem ist das Gebäude eine recht homogene Lösung aus getrennenten und verbundenen Bauteilen geworden. Die Bürowände sind übrigens in trockenem Weißweinton gehalten. Die Türen und Rahmen der Trakte sind hingegen in dem markentypischen, fruchtigen Rotweinton gehalten. Letzteres ermöglicht immerhin einen gehaltvollen Abgang, wie beim Wein.