Eine Hommage an Wien
Gemütlichkeit wird im neuen Flaggship von Starbucks groß geschrieben (Foto: Knauf/P. Kubelka)
Kaffee der etwas anderen Art:
Starbucks eröffnete Anfang Dezember seine erste Filiale in Wien. Die zweite folgte zu Beginn dieses Jahres in der Millenium City und weitere Neueröffnungen für den Großraum Wien sind bereits in Planung. Nicht nur aufgrund der kurzen Bauzeit schwört man auf Trockenbausysteme von Knauf.
Dort, wo Frappucinos und Muffins zu Hause sind
Vor kaum 15 Jahren war Starbucks ein kleiner Händler in Seattle, der in sechs Geschäften Kaffee in Bechern verkaufte. Heute hat das runde Firmenlogo mit der Meerjungfrau auf grünem Grund neben den USA schon 23 Länder von Austria bis Südkorea erobert. Rund 4750 Filialen sind es weltweit und seit letztem Dezember steht Österreich auf dem Expansionsplan von Starbucks - der Name stammt übrigens vom ersten Maat im Klassiker „Moby Dick“. Der Plan sieht vor, in den nächsten fünf Jahren ein Starbucks Coffee House pro Monat in Österreich zu eröffnen. Bei Starbucks erhält man eine Vielzahl von Kaffeegetränken, deren Bezeichnungen zu Beginn etwas ungewöhnlich klingen (der geeiste „Frappucino“, „Tall Latte“, „Caramel Macchiato“). Zudem findet man diverse Mehlspeisen, Sandwiches und Zubehör rund um den Kaffee im Angebot. Zusätzlich kann sich der Kunde sein Getränk auch nach seinen Wünschen, z.B. mit Sirup von einem Barista - so die Bezeichnung des Personals - verfeinern lassen.
Moderne Technik hinter historischer Fassade
Genau 100 Tage dauerte der Umbau des Lokals auf der Kärntnerstraße. Unter der Leitung des österreichischen Architektur Büros Ing. Christian Schagerl, Tulln, entstand in dem 1897 errichteten Haus ein modernes Kaffeehaus. Als „Geschenk an die Wiener“ stellte man auch die ursprüngliche Fassade des Hauses „Zum Fenstergucker“ wieder her. Die Pläne wurden in enger Kooperation mit der Designabteilung bei Starbucks Coffee International in Seattle gezeichnet. Ziel war es einen sehr inhomogenen Baukörper wieder in eine klare Struktur zu bringen und mit den verschiedensten Materialien aufgrund der fünf Umbauten wieder eine klare Oberflächenstruktur herzustellen. Oder anders formuliert: einem statisch nicht sehr klarem System mit Hilfe des Trockenbaus wieder eine mehr als ansprechende Form zu geben. Ohne Trockenbau wäre die kurze Bauzeit nicht zu verwirklichen gewesen und auch die imposante Haustechnik hätte nicht so leicht verbergt werden können. So werden die Lüftungsleitungen, die 8000 cm³ Luft/Stunde umwälzen, entlang der aus 12,5 mm GKB errichteten Wände geführt. Auch dem Brandschutz wurde verstärkt Rechnung getragen: entlang des Stiegenaufgangs zur Galerie finden sich 15 mm GKB, um die Feuerwiederstandsauer zu erhöhen. Schagerl gerät ins Schwärmen, wenn er über die Kooperation mit Starbucks erzählt: „Innerhalb von 24 Stunden wanderten die korrigierten Pläne hin und her. Trotz der Entfernung konnte dieses Projekt effizienter als andere, die ich kenne, abgewickelt werden.“
Zum Ursprung der Kaffeehauskultur
Das Design des ersten Starbucks Coffee House in Wien ist ganz auf Kaffee abgestimmt: Erdfarben und die Farben der Kaffeeursprungsländer in Lateinamerika und Südostasien bestimmen das Ambiente. Das erste Starbucks Coffee House in Wien weist eine Fläche von 370 m² auf. 60 Sitzplätze – mehrheitlich Sofas und Fauteuils – sind auf zwei Etagen verteilt und haben eigentlich nur einen Auftrag zu erfüllen: Dass man hier in gemütlicher Atmosphäre einen der 60 verschiedenen Kaffeevariationen genießen und gleichzeitig ein Auge auf die Oper werfen kann. Die originalen Jugendstilleuchten auf der Galerie tragen das Ihre zum Kaffeehausambiente bei. Wenn die Kalorien und die Geldbörse es erlauben, kann ja der eine oder andere Muffin zum Kaffee verspeist werden.
Historische Ansicht „Café Fenstergucker“
Bis 1945 befand sich an der Ecke Kärntner Straße-Walfischgasse das Café Fenstergucker. Der Name stammt von einem Steinrelief, das sich am ehemaligen Kärntnertor befand und wahrscheinlich einen der Architekten der Renovierung des Tores zeigt. Heute befindet sich das Originalrelief im Historischen Museum der Stadt Wien, eine Nachbildung ziert den Erker des Hauses.