Einkaufszentrum Oberwart
Shoppingvergnügen auf Burgenländisch
Bei der Eröffnungsfeier wurde das Einkaufszentrum Oberwart, kurz „eo“, regelrecht gestürmt. Schon davor war der Bezirkshauptort eine klassische Einkaufsstadt. Dank dem neuen Shopping Center, mit seinen über fünfzig Geschäften und 20.000 Quadratmetern Verkaufsfläche wird diese Stellung weiter ausgebaut.
Die Architektur des Neubaus ist modern und zweckmäßig zugleich. Auffällig ist die geschwungene Linie der Hauptfassade, welche nicht in die Mall übernommen wurde. Dort sorgt nämlich eine geknickte Ladenmeile für eine kleindimensionalere Erscheinung. Aufenthaltsqualität ergibt sich außerdem durch einen gekonnt eingesetzten Materialmix. Granit am Boden, Holzpaneelen an der Decke und als Eye-catcher tronen Gipskartontonnen als Lichtschächte an der Decke. Wiederholt eingesetzt, geben diese Stilmittel dem Zweckbau ein typisches Gepräge. Letzteren ist es auch zu verdanken, dass Sonnenlicht bis zum Erdgeschoß dringen kann, was das Shoppen eindeutig vergnüglicher macht. Wichtig ist aber vor allem, dass damit ein dosiertes Quantum an Licht eindringen kann, also nicht zu viel direkte Besonnung für übermäßige Hitze oder Blendeffekte sorgt. Die Gipskartonformplatten mit ihrer natürlichen Fähigkeit, Helligkeit in den Raum abzustrahlen, sind also goldrichtig am Platz.
Bis in die Nacht
Der Einbau der Elemente verlangte aber Fantasie, wie der Projektleiter von Perchtold Trockenbau bemerkt: „Aufgrund des gedrängten Terminplanes war es schwierig, alles fristgerecht zu montieren. Am Ende standen sich Trockenbauer, Bodenleger und die Beckenbauer (Anm.: es gibt einen Stahlbrunnen) im Weg.“ Da musste dann auch in Nachtschichten und bei minus fünfzehn Grad gearbeitet werden. Gelöst wurde das Zeitproblem auch durch die Vorfertigung am Boden. Der Schlosser hatte dafür mit Formrohren das Grundgerüst geliefert. Auf dieses waren dann alle vierzig Zentimeter Z-Profilstangen gekommen, auf die 6,5 Milimeter dünnen Knauf Formplatten fixiert wurden. In Folge hievte man die trommelartigen, bis zu 8 mal 5 Meter großen, Tonnen mit Kränen an die Decke. Verspachtelt wurde alles erst in luftiger Höhe und zwar unter Zuhilfenahme von Hub- und Scherkränen.
Aber nicht nur im Mall-Bereich wurde mit Gips geformt, sondern auch die Zwischenwände bei den einzelnen Shops und die Läden im Inneren. Wobei die Geschäfte auffallend unterschiedliche Designs abbekamen. Von gar keiner Zusatzdecke beim Outdoor-Shop über abgehängte Decken am Rand bis zur kompletten Zwischendecke ist alles dabei. Verwunderlich ist das nicht, da jede Handelskette ihre eigenen Bauvorschriften hat und letztlich im Inneren auch ihre eigenen Trockenbauunternehmen beschäftigte.
Unauffälliger Gipskarton
Fast zur Gänze verließen sich diese auf Knauf-Material, wie Andreas Baier, Kundenbetreuer von Knauf, nicht ohne Stolz bemerkte. „Unglaublich wie viel Material hier in dieses Center gegangen ist und wie wenig man davon im fertigen Zustand sieht“, kommentiert der Key Account Manager Assistent das Endergebnis. 45.000 Quadratmeter Gipsplatten waren es schließlich, davon etwa 1.400 Quadratmeter F90-Brandschutzwände. Ein Teil davon verschwand hinter einer riesigen Dekorwand. Die wurde am Ende mit einer Wandgrafik geschmückt, und strahlt nun mit dem polierten Gipsuntergrund geradezu um die Wette. Die optische und in dem Fall auch künstlerische Qualität spricht für den Trockenbau. Der kam auch an weniger frequentierten, aber nicht minder wichtigen, Ecken und Enden des eo-Centers zu seinem Einsatz. Geschaffen wurde damit ein fortschrittlich gestaltetes Shopping Center mit Aufenthaltsqualität und auch speziellem Charakter.