Palais Hotel Landhaushof
Holz und Gips, zwei natürliche Baustoffe, in bewährter Kombination (Foto: Knauf/M. Stelzhammer)
Knauf Systeme für erstes 5-Sterne Hotel in der Stadt des Lindwurms
Nach umfangreichen Bauarbeiten öffnete Mitte November das Palais Hotel Landhaushof seine Tore. Rund 5,8 Millionen Euro wurden investiert um das altehrwürdige Palais auf Fünf-Sterne-Hochglanz zu bringen.
Ein geschichtsträchtiges Gebäude
Das unter Denkmalschutz stehende Renaissancepalais, das auf einen spätmittelalterlichen Kern zurückgeht, seit 1550 mehrmals um- und ausgebaut wurde, steht zwischen dem Alten und dem Neuen Platz in Klagenfurt in direkter Nachbarschaft zum Kärntner Landhaus und dem Rathaus der Stadt Klagenfurt und liegt mit seiner Südwand an der Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert. Das ursprüngliche dreigeschossige Gebäude mit einem dreigeschossigen Arkadenhof wurde um 1850 um ein Attikageschoss aufgestockt und zeigt im Süd- und Ostteil Fassaden mit Kratzputzdekor und an zwei Seiten des Nordtraktes ein barockes Fassadendekor. Im Inneren sind im Erdgeschoss durchgehend, in Teilen des 1.Stockes und die durchgehenden "Labn" im 2.Stock mit gut erhaltenen Tonnengewölben und Kreuzgewölben ausgestattet. Die nichtgewölbten Räume weisen Holztippelbaumdecken auf. Der Dachstuhl stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist im wesentlichen mit Tonziegeln eingedeckt. 1968 wurden die hofseitigen Dachflächen mit einer Eternitdoppeldeckung, die Außenflächen mit Biberschwanzziegeln neu eingedeckt. 1987/88 fand eine Außenrestaurierung mit der Restaurierung der Barockfassaden und Freilegung sowie Wiederherstellung des Kratzputzdekors des 16. Jahrhunderts statt. Das Gebäude diente ursprünglich den Pröpsten von Maria Saal als Stadthaus ("Maria Saaler Haus"), dann als Wohnung des Burggrafen Paradeiser ("Paradeiser-Haus") und Sitz des ständischen Generaleinnehmeramtes. Die neue Alternative für Außen
Der Weg zum 5-Sterne Hotel
Ab 1779 diente das Gebäude als Tabak- und Salzamt, als Hauptsteueramt und seit 1935 als Sitz der Kärntner Bundespolizeidirektion und wurde 2000 vom Bund an die Firma Südrast, Hotel- und Restaurationsbetriebsgesellschaft verkauft. Diese beabsichtigte eine Generalsanierung und den Einbau eines Stadthotels mit Gastronomieräumen im Erd- und 1.Obergeschoss sowie ca. 60 Betten gehobener Kategorie in den darüber liegenden Geschossen. Der Innenhof soll mit einem vom Denkmalsamt genehmigten Glasdach überdeckt und die Arkaden freigelegt werden. In dem überdachten Arkadenhof mit Springbrunnen wartet im "Salzamt" auf kulinarisch verwöhnte Gäste ungezwungene und lockere Haubengastronomie. Im Marktresterraunt wird hochwertige und schnelle Gastronomie offeriert. Mit einer offenen Wok-Küche und einem Steinofen aus der Südsee soll leichte und frische Küche den Gaumen verwöhnen. Zusätzlich gibt es die Salzamtbar - potentieller meeting point der Kärntner Szene - und die Arkadenbar mit angeschlossener exklusiver Zigarrenlounge, wo Cocktails, Havannas und Davidoffs serviert werden.
Der Einbau von Gastronomie und Zimmern erforderte Abbruch- und Umbauarbeiten an der bestehenden Mauer- und Gewölbesubstanz in geringeren Ausmaßen, den Einbau eines zweiten Stiegenhauses und eines Personalliftes im östlichen Mitteltrakt, eines gläsernen Gästeliftes im Hof sowie umfangreiche Ausbauarbeiten für Sanitärinstallation, Heizung, Lüftung und Klimatisierung.
Sanfte Renovierung mit Knauf
Der Osttrakt und Hof erhielten eine nachträgliche, technisch aufwändige Unterkellerung, eine Unterfangung der historischen Fundamente war ebenfalls erforderlich, um zukünftig Senkungen des Steinmauerwerks samt Steingewölben zu vermeiden. Sämtliche neuen Raumteilungen für den Einbau von Bädern und Zimmertrennwänden wurden als Knauf Ständerwände errichtet. Der Dachausbau im Innenhofbereich zeigt den alten Dachstuhl mit Knauf Gipsplatten ausgefacht. Eine technische Herausforderung bestand in der Aufgabe, die umfangreichen Kanäle der Klimatisierungsanlage aber auch der Elektroinstallationen für Beleuchtung und elektronische Einrichtungen wie Telefon, Brandmeldeanlagen, Fernsehen, ISDN-Anschluss und Regelungen so einzubauen, dass die alte Substanz ungestört bleibt. Die Fassaden und Dächer bleiben im derzeitigen Zustand erhalten, die innenliegenden Dächer wurden ebenfalls mit Tonziegeln eingedeckt.
Wiederentdeckte Schätze
Im 2. Obergeschoss des Südtraktes wurde nach Entfernung einer vor Jahrhunderten eingebauten Holzzwischendecke ein gewölbter Saal entdeckt, der im 16. Jahrhundert als Versammlungssaal der Landesregierung diente und mit Wappenmalereien der gräflichen Mitglieder des Landtages ausgestattet war. Die übermalten Wappen konnten durch den Restaurator wieder sichtbar gemacht werden und geben den Wappensaalzimmer eine besonders historische Note. Bis zu 18 Farbschichten wurden im Laufe der Jahrhunderte aufgetragen, an einigen Stellen konnte die historische Farbigkeit des Barock freigelegt werden. Es ist gelungen die Böden aus Pörtschacher Marmor zu erhalten und zu ergänzen, die Holzdecken zu sanieren, die Holzböden zu erneuern, bestehende Wandmalerein zu restaurieren und trotz großem technischem Aufwand für Gastronomie und Beherbergung den Charakter des historischen Gebäudes hervorzuheben.
Exklusive Fünf-Sterne-Zelle
Insgesamt findet der Gast im neuen Hotel 24 exklusive Zimmer und drei bis zu 50 Quadratmeter große Suiten vor. Jedes Zimmer ist individuell gestaltet. Die größte und exklusivste Suite ist mit ca. 65 Quadratmetern die Wörthersee-Suite, wo früher der Polizeidirektor und seinerzeit der Burggraf residierte. Eine weitere Suite ist die ehemalige Gefängniszelle. Hier finden sich noch Inschriften, die Gefangene in die Mauer geritzt haben. Schwitzen bei einmaligem Blick über die Stadt ist im Dachgeschoss des Hotels angesagt. Hier gibt es einen großzügigen Wellnessbereich mit Fitnessgeräten und Sauna. Managen wird das Hotel Thomas Gneist, dem zu diesem Projekt befragt, folgendes Ziel vorschwebt: "Meine Vision ist es mit dem Palais Hotel Landhaushof "in den nächsten 5 Jahren eines der besten Hotels in Mitteleuropa" zu werden". Gneist weiß, wovon er spricht, denn er war unter anderem Hotelmanager im Seefels in Pörtschach und freut sich bereits über erste Buchungen.