Die preisgekrönte Roithamer Passivhausscheibe
Seit er sein Niedrigenergie-Wohnhaus in Roitham im Salzkammergut realisiert, kennen ihn alle Brancheninsider als umweltbewußten Dämmstoffspezialisten und gelernten Hochbautechniker: Herrn Ing. Günter Lang. Viele reden vom umweltadäquaten Bauen - er tut es. Viele erläutern, wie schwer Ökologie und Ökonomie zu vereinen sind - er zeigt uns, wie's geht. Alle sprechen über konsequenten Klimaschutz - er praktiziert ihn. Schon im Vorjahr hat man ihm für sein Projekt, die Roithamer Passivhausscheibe, ein Einfamilienhaus in Form eines Flachzylinders, den Oberösterreichischen Umweltschutzpreis verliehen.
Zuerst, als über dem Fundament nur die tragenden Säulen in den Himmel ragten, meinten einige Anwohner, hier errichte sich einer sein privates Stonehenge. Doch bald wußten nicht nur seine Nachbarn, dass hier ein zukunftsweisendes Projekt im Entstehen ist.
In den Boden versenkte Wohnbauten mit kreisförmigem Grundriß waren in der Jungsteinzeit Mode und sie sind es heute noch in so manchem afrikanischen Kral oder in Ferienclubanlagen. In unseren Breiten sind flachzylinderförmige Bauwerke relativ selten, wenn man von den mykenischen Kuppelgräbern, von den Gräbern römischer Caesaren (Engelsburg in Rom), vom Grabmal des Theoderich oder von romanischen Karnern absieht. Selbstverständlich gibt es auch moderne Zweckbauten, wie Wassertürme oder Gasometer, aber auch Wohn- und Bürotürme, wie den Milleniumstower in Wien, die über eine kreisrunde Basis verfügen. Nur ..., wer baut sich schon ein zylindrisches Einfamilienhaus? Herr Ing. Lang. Und warum? Weil das Kernelement seines Hauses ein einstiger Messestand ist, bei dem sich mehrere Firmen segmentartig um die zentrale Kommunikationsfläche präsentieren.
Das Gebäude ist nicht unterkellert. Unter der Außenwand verläuft ein thermisch getrenntes Ringfundament, für die klimaschonend mit Kohlendioxyd geschäumten XPS-Platten gedämmte Fundamentplatte wurde Stahlfaserbeton verwendet. 20 Pfeiler tragen die aus einem Messestand resultierende Tragkonstruktion.
Die angestrebte Energieeinsparung wird durch eine optimal ausgeführte Gebäudehülle gewährleistet. Rund um die konstruktiven Elemente wird eine luftdicht angeschlossene Dampfbremse geführt. Die Wohnraumbelüftung selbst erfolgt durch ein erdverlegtes Kunststoffrohr, durch welches Frischluft zugeführt wird. "Nach außen folgen auf die Dampfbremse eine OSB-Platte, 30 cm breite Doppelflanschträger, eine dampfdiffusionsoffene Beplankung sowie eine vertikale, hinterlüftete Verschalung aus Lärchenholz, die natürlich verwittern soll," schreibt Ing. Alexander Riell. "Der einer Pfosten-Riegelkonstruktion entsprechende Aufbau wird mit 32 cm Mineralwolle-Klemmfilz ausgefacht."
Mittlerweile wurden alle dringend notwendigen Arbeiten an der Außenhaut des Hauses abgeschlossen. Die Lang'sche Passivhausscheibe ist winterdicht. Doch schon in Kürze werden die Arbeiten im Inneren des Hauses fortgesetzt. Dort wird an die Dampfbremse eine 10 cm starke Knauf Vorsatzschale schließen, gedämmt mit 7,5 cm Mineralwolle und beplankt mit 2 Lagen Knauf Gipsplatten. Doch das ist noch Zukunftsmusik und eine andere Geschichte. Wir werden darüber in der Frühjahrsnummer der Knauf News berichten.